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Pressemitteilung zur Kommunalen Biodiversität in Bad Rodach und Neustadt

Werden Bad Rodach und Neustadt biodiverse Kommunen?

 

Bereits im Jahr 2008 hat der Ministerrat des Freistaats Bayern eine Strategie zum Erhalt der biologischen Vielfalt (Biodiversität) entwickelt.  Eine Printfassung des kommunalen Leitfadens dazu hat im Sommer 2017 jede kleine und mittlere Kommune per Post erhalten.

Dieser Leifaden zeigt, welchen Nutzen eine Kommune von mehr Biodiversität haben kann, wie man strategisch an das Thema herangeht und welche konkreten Maßnahmen umgesetzt werden können.

Lt. einem Auszug aus der Bayerischen Biodiversitätsstrategie 2030 versteht man unter „Biologischer Vielfalt“ den Reichtum an Arten, Lebensräumen und Ökosystemen, aber auch die genetische Vielfalt innerhalb einzelner Pflanzen- oder Tierarten. Für das Überleben der Menschheit ist die biologische Vielfalt unverzichtbar. Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen versorgen die Atmosphäre mit Sauerstoff, reinigen Wasser und Luft, speichern klimaschädliche Gase, sorgen für fruchtbare Böden und Nahrung, schützen vor Naturgefahren und versorgen die Gesellschaft mit Rohstoffen und lebenserhaltenden Medikamenten. Sie sind damit die Basis für unser Leben und unsere Lebensgestaltung, für Arbeit, aber auch für Erholung und Tourismus, Vorbilder für Architektur, technische Innovationen und vieles mehr. Die biologische Vielfalt hat neben dem ökologischen somit auch einen erheblichen sozialen und ökonomischen Wert.

In Bayern sind etwa 60.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten (ohne Mikroorganismen) nachgewiesen. Damit leben in Bayern auf etwa 20 % der Fläche Deutschlands rund 80 % der insgesamt in der Bundesrepublik vorkommenden Arten. Damit ist die biologische Vielfalt in Bayern überdurchschnittlich hoch. Von Tieren, Pflanzen und Pilzen, die für die Rote Liste der in Bayern gefährdeten Arten untersucht wurden, sind über 40 % bedroht. 1.300 der rund 40.000 bewerteten Arten sind nach den Roten Listen Bayerns vom Aussterben bedroht, trotz aller Schutzmaßnahmen.

Aus diesem Grund hat die ÖDP im letzten Jahr das erfolgreichste bisher stattgefundene Volksbegehren „Rettet die Bienen – Artenvielfalt“ auf den Weg gebracht.

Volksbegehren dürfen nicht in die Hoheit der Kommunen eingreifen. Selbstverständlich sollten jedoch die Landwirte nicht mit dem Thema alleine gelassen werden. Auch Privatpersonen und die Kommunen sollten sich mit diesem Thema beschäftigen und einen Beitrag für die biologische Vielfalt leisten. Daher hat der Bad Rodacher Stadtrat Matthias Thumser (ÖDP) bereits Anfang Mai in Bad Rodach und der Neustadter Stadtrat Thomas Büchner (ÖDP) Mitte Juni in Neustadt einen Stadtratsantrag auf „Kommunale Biodiversität“ gestellt, nach dem Vorbild der ersten deutschen Biodiversitätsgemeinde Markt Tännesberg in der Oberpfalz.

Was hat nun eine Kommune von dem Projekt „Kommunale Biodiversität“? Der Nutzen kann sehr vielfältig sein. Neben der Lebenswichtigkeit des Artenschutzes, monetären Effekten, Image, Lebensqualität, Ressourcenschutz spielen auch verbesserte Planungsabläufe eine Rolle. Die Kostenersparnis bei Pflichtaufgaben, die Belebung von Naherholung und Tourismus, ein attraktiveres Image und eine stärkere Positionierung und stärkere Identifikation der Bevölkerung und ein leichterer Zugang zu Fördermitteln sind die großen Vorteile des Projektes.

In einem starken Netzwerk und durch die Zusammenarbeit von Stadt, Bürgern, Naturschutzverbänden und Landwirten kann es gelingen das Projekt erfolgreich umzusetzen.

Wie Bad Rodach und Neustadt zur Biodiversen Kommune stehen, ist noch offen. Der Antrag von Stadtrat Thumser in Bad Rodach und Thomas Büchner in Neustadt beinhaltet die Bereitstellung des Leitfadens an den Stadtrat, die öffentliche Vorstellung des Projektes durch einen Projektverantwortlichen von Markt Tännesberg, die Auslotung der Fördermöglichkeiten und die Vorlage einer Beschlussfassung für den Stadtrat.

Die beiden ÖDP´ler hoffen auf Unterstützung in den Stadträten: „Der drastische Rückgang der Artenvielfalt erfordert auch unser kommunales Handeln“.


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