Antrag / Anfrage / Rede
Mehr Beteiligung für Jung und Alt: ÖDP beantragt Senioren- sowie Kinder- und Jugendbeirat für Bad Rodach
Die Zukunft Bad Rodachs generationenübergreifend mitgestalten: Um die politische Teilhabe von Seniorinnen und Senioren sowie Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu stärken, fordert die ÖDP-Stadtratsfraktion die Einrichtung von zwei neuen, unabhängigen Bürgerbeiräten.
Die ÖDP-Stadtratsmitglieder Dr. Dieter Franz und Nicole Kreußel haben am 01.06.2026 einen offiziellen Antrag an den 1. Bürgermeister Herrn Tobias Ehrlicher und den Stadtrat der Stadt Bad Rodach eingereicht, um die Bürgerbeteiligung auf eine breitere demokratische Grundlage zu stellen.
Der Antrag im Wortlaut
Der Stadtrat der Stadt Bad Rodach beschließt:
Zur Stärkung der Bürgerbeteiligung und zur Förderung einer aktiven Mitwirkung verschiedener Generationen am kommunalen Leben werden in der Stadt Bad Rodach ein Seniorenbeirat sowie ein Kinder- und Jugendbeirat eingerichtet.
Die Beiräte sollen die Interessen der jeweiligen Altersgruppen vertreten, Anregungen und Vorschläge in die kommunalpolitische Diskussion einbringen sowie als Ansprechpartner für Stadtrat und Verwaltung dienen.
Die Beiräte arbeiten parteipolitisch unabhängig und haben beratenden Charakter. Sie sollen den Stadtrat und die Stadtverwaltung bei Angelegenheiten unterstützen, die die Interessen von Seniorinnen und Senioren beziehungsweise Kindern und Jugendlichen berühren.
Die Verwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit den bisherigen Senioren- und Jugendbeauftragten sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern Vorschläge für eine Satzung beziehungsweise Geschäftsordnung sowie für die Zusammensetzung, Wahl- oder Berufungsverfahren, Rechte und Aufgaben der Beiräte zu erarbeiten und dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorzulegen.
Ziel ist es, die Beiräte möglichst noch innerhalb der laufenden Wahlperiode zu konstituieren.
Begründung des Antrags
Die Stadt Bad Rodach verfügt derzeit über einen Seniorenbeauftragten sowie einen Jugendbeauftragten. Diese Arbeit stellt einen wichtigen Beitrag zur Interessenvertretung der jeweiligen Altersgruppen dar und soll ausdrücklich gewürdigt werden. Gleichzeitig bietet die Einrichtung eines Seniorenbeirates sowie eines Kinder- und Jugendbeirates die Möglichkeit, die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger weiter auszubauen und auf eine breitere demokratische Grundlage zu stellen.
Der Seniorenbeirat soll älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern die Möglichkeit geben, ihre Erfahrungen, Anliegen und Ideen aktiv in die Entwicklung der Stadt einzubringen. Viele Seniorinnen und Senioren verfügen über umfangreiche berufliche, gesellschaftliche und ehrenamtliche Erfahrungen, die auch nach dem Eintritt in den Ruhestand wertvolle Impulse für das Gemeinwesen liefern können. Die Einrichtung eines Seniorenbeirates stärkt die gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen und schafft eine zusätzliche Möglichkeit, die Bedürfnisse einer zunehmend älter werdenden Bevölkerung frühzeitig in kommunale Entscheidungen einzubeziehen.
Mit dem Kinder- und Jugendbeirat soll jungen Menschen die Möglichkeit eröffnet werden, ihre Interessen, Wünsche und Vorstellungen unmittelbar in die kommunalpolitische Diskussion einzubringen. Kinder und Jugendliche sind von zahlreichen Entscheidungen der Kommune betroffen – beispielsweise in den Bereichen Freizeit, Sport, Mobilität, Bildung, Digitalisierung, Umwelt- und Klimaschutz oder öffentliche Räume. Beteiligung fördert dabei nicht nur die Qualität kommunaler Entscheidungen, sondern vermittelt jungen Menschen frühzeitig demokratische Prozesse und politische Verantwortung. Der Kinder- und Jugendbeirat soll deshalb ausdrücklich auch als Instrument der politischen Bildung und der kommunalen Nachwuchsförderung verstanden werden.
Junge Menschen erhalten die Möglichkeit, demokratische Verfahren unmittelbar kennenzulernen, eigene Positionen zu entwickeln, Mehrheiten zu organisieren und Verantwortung für ihre Heimatstadt zu übernehmen. Dies stärkt langfristig das Interesse an kommunalpolitischem Engagement und fördert demokratische Kompetenzen. Kinder und Jugendliche haben ein berechtigtes Interesse daran, bei Entscheidungen mitwirken zu können, die ihr unmittelbares Lebensumfeld betreffen. Beteiligung wird daher zunehmend als wichtiger Bestandteil moderner Kommunalpolitik angesehen.
Die Einrichtung beider Beiräte soll dazu beitragen, die Vielfalt gesellschaftlicher Perspektiven stärker in kommunale Entscheidungsprozesse einzubeziehen und den Dialog zwischen Bürgerschaft, Verwaltung und Stadtrat weiter auszubauen. Die Stadt Bad Rodach setzt damit ein Zeichen für generationenübergreifende Beteiligung, gelebte Demokratie und eine bürgernahe Kommunalpolitik.
Demokratie lebt vom Mitmachen. Die Einrichtung eines Seniorenbeirates sowie eines Kinder- und Jugendbeirates schafft zusätzliche Möglichkeiten, Verantwortung für die Entwicklung der eigenen Stadt zu übernehmen und die Zukunft Bad Rodachs aktiv mitzugestalten.
Dr. Dieter Franz & Nicole Kreußel
ÖDP-Stadtratsfraktion